Yoga ist nicht gleich Yoga – Kundalini und Ashtanga
Als Anfänger hat man eigentlich keine Chance sich einen Überblick über die vielen Yoga-Varianten zu verschaffen. Der Anfänger-Yogi müsste in jeder Yoga-Disziplin wenigstens eine Stunde nehmen, um ungefähr sagen zu können welche Variante ihm am Besten zusagt.
Umso schöner ist es, dass ich heute eine neue Variante testen konnte und meine erste Stunde Kundalini Yoga hatte. Die braungebrannte Yoga-Lehrerin war Amerikanerin und verbrachte wie die meisten Yogis einige Zeit in Indien. Seit dem unterrichtet sie das bewußte Yoga, wie das Kundalini Yoga auch genannt wird.
Es war morgens 8:00 Uhr. Tropisches Vogelgezwitscher und das Rauschen des Meeres durchdrangen den Yoga-Pavillion. Der luftig gebaute Pavillion bietet eine atemberaubender Rundumsicht auf den naturbelassenen Golf von Thailand. Genauso stellt sich vermtlich jeder Yogi den perfekten Yogasaal vor.
Jeder der sechsköpfigen Yogagruppe kommt von einem anderen Erdteil und doch sprechen wir sofort die gleiche Sprache – die der Yogis. Die Yogalehrerin zurrt nocheinmal ihr weisses Haartuch zurecht und startet so wie wohl jede Yogastunde startet: tief Einatmen und tief Ausatmen.
Immer wieder ist die Rede von der Kraft des dritten Auges, das sich zwischen den Augenbrauen befinden würde. Es folgen ein paar kreisende Bewegungen mit dem Oberkörper, einige Beinübungen und immer wieder die Kontraktion der Bauch- und Beckenmuskulatur. Nach Übungen für Wirbelsäule und Schultern folgt das, was irgendwann in meiner Yogakarriere kommen musste: Mantra singen.
Mantra beim Kundalini
Also Hände zusammen und über den Kopf gechoben, Zeigefinger gen Himmel strecken und laut tönen: Sad Nam.
Zunächst war nur ihre sehr kräftige Stimme in der Morgenstille zu hören, später wurden auch die zarten Mantra-bemühungen der Yogaschüler deutlicher. Da ich wieder mal der einzige Kerl im Unterricht war, brillierte mein Mantragesang dank den tiefen Brummfrequenzen über alle anderen.
Das nächste Singsang war dann etwas komplizierter, sodaß wir den Satz von einem Zettel ablesen mussten. Zwar erschliesst sich mir der Sinn dieser Mantras immer noch nicht richtig, dafür machte es aber dennoch Spaß.
Witzig ist eine Übung bei der man auf dem Rücken liegt und Beine wie Hände jeweils solange aneinander reibt, bis sie richtig heiß werden (definitiv ein Tipp für kalte Winterabende).
Kundalini vs. Ashtanga
Welche Unterschiede zwischen Ashtanga und Kundalini Yoga habe ich bisher kennengelernt?
Ashtanga ist wesentlich körperbetonter, athletischer und dehnt viel mehr die Sehnen und Muskeln. Demhingegen ist das noch relativ unbekannte Kundalini Yoga mehr auf die Körpermitte konzentriert, bei dem Schultern und Wirbelsäule und eben jene Mantras die zentrale Rolle spielen.
Links:

huch mario, dass ich dich hier entdecke. erzahle doch ein bischen mehr, wie ist es denn in thailand?
der kurs lauft uebrigens diese woche auch ganz gut.
hallo mario,
das ist ja eine schöne zusammenfassung über kundalini yoga. als kundalini yoga lehrer finde ich es immer wieder interessant, wie andere das so beschreiben.
die übung mit sat nam und stöhnen heisst übringes sat kriya. sie ist sehr energetisch und zieht die energie aus dem nabelzetrnum hinauf.
ich mache zu kundalini yoga noch gongmeditationen…
viel spass noch mit deinen yogaerfahrungen.
hallo satya…,
sat nam zieht tatsächlich in den Bauchnabel, zumindest wenn es so kraftvoll ausgekeucht wird wie wir es taten.
iIch versuche mal wirklich nur das zu schildern, was ich erlebe – nicht das was ich mir irgendwo anlese oder in der Denke vorgegeben bekomme. Yoga ist in erster Linie Selbsterfahrung, erfahre ich
Klingt dadurch natürlich sehr naiv und dilletantisch, ist aber die Situation in der wohl viele viele Anfänger stecken. Der Profi möge mir verzeihen.
Kundalini Yoga scheint gar nicht soooo unbekannt zu sein. Habe grad ne Seite aus Baden Württemberg gefunden: http://www.kundaliniyoga-bw.de/
@Ursula: hi Uschi, grüße dich. Lets talk auf einem anderen Kanal. Ich melde mich.
Gruß, Mario
Hallo Mario,
ein schöner Bericht! Ich fand das Mantra-Singen am Anfang auch sehr gewöhnungsbedürftig. Inzwischen liebe ich es aber und merke, wie gut es tut. Die Musik spielt im Kundalini Yoga eine große Rolle, das gefällt mir. Mein Lieblings-Mantra ist übrigens das Mool Mantra.
Gruß, Michael
Michael,
für Kundalini hast ja hier http://www.ongnamo-versand.de/dvd/kundalini-yoga-3ho/ ein paar nette DVD´s im Shop anzubieten. Unklar ist mir noch der tiefere Sinn der Mantras. Auch wenn man Gefallen daran findet muss es doch einen Grund geben warum dies gerade bei Kundalini eine so wichtige Rolle spielt.
Gruß, Mario
Kleiner Tipp am Rande. Die GEMA überprüft Zeitungen und Medien nach Musik und deren Verwendung. Vorsicht ist angebracht. Im Zweifel im Yoga unplugged im Internet und Mantren selbst Singen. Sat nam…
c that guide of different yoga styles
http://ezinearticles.com/?Styles-of-Yoga-A-Quick-Guide-to-the-Most-Popular-Styles-of-Yoga&id=1893782
Hallo Mario,
vielen Dank für Deinen Besuch und Kommentar in meinem neuen Ayurveda Blog.
Dein Blog ist ja mal super, ich hab gestöbert und gestöbert und jede Menge Input bekommen!
Bin bestimmt nicht zum letzten Mal hier gewesen.
lg Gabi
Hi Gabi,
danke sehr für das Kompliment. Yoga und Ayurveda passen auch irgendwie zusammen. Zumahl ich mich gerade auch mit bewußter Ernährung beschäftige.
Drum habe ich auch dein Blog fest im Sichfeld, da er mir inhaltlich gut und reichhaltig scheint.
Beste Grüße, Mario
Oha, jetzt werd ich ja schon fast rot, wegen diesem Lob, Mario.
Weist Du, ich habe beruflich schon immer irgendwie mit Ernährung zu tun, jedoch näher ich mich dem Thema Ayurveda erst seit Mitte Dezember näher. Aber, das ayuvedische Fieber scheint mich gepackt zu haben. Die Ayurvedische Küche ist überaus schmackhaft, gesund und spannend dazu.
Mit Yoga habe ich noch keinerlei Erfahrung, aber mal schaun was noch kommt
lg Gabi
Es klingt sehr gut, aber wie kann ich (mit Übergewicht) diese schwierige Posen machen? Das kann ich mir nie vorstellen. Aber ich verspreche, ich werde trotzdem versuchen.
Hallo,
in Düsseldorf gibt es auch Kurse:
http://www.kundalini-yoga-nrw.de/yoga-duesseldorf.htm
Liebe Grüße,
Elena
Oder gerade auch in Köln gefunden:
http://www.kundalini-yoga-nrw.de/yoga-koeln.htm
Liebe Grüße,
Elena
Hallo Mario, danke für deinen kurzen, amüsanten Einblick in Deine erste Kundalini-Yoga-Stunde – mir ging es nämlich ähnlich…
Und mittlerweile unterrichte ich es, da es für mich persönlich sehr wertvoll geworden ist. Und es ist weit mehr als nur der Fokus auf Schultern und Wirbelsäule
Du hattest einen Einblick in eine einzige Stunde.
Zum Beispiel der Unterschied, dass wir nicht das OM nehmen – weg vom weltlichen, sondern ONG – All-Eins sein mit allem, auch dem Weltlichen.
Mantren erzeugen einen bestimmten Klang, eine bestimmte Frequenz in Deinem Körper, in Deinem Energiefeld – gepaart mit den richtigen Worten (Bedeutungen) – kann man sich eben auf bestimmte Frequenzen “schwingen” (Chanten, singen, brummen). Zusammen in einer Gruppe ist es phänomenal.
Ich glaube sehr wichtig an den Mantren ist allein schon, dass man seinen Verstand beschäftigt und sein Ego übertönt. Wie oft schweifen bei Übungen die Gedanken weg zu: “Boah, wann musste ich die Rechnung bezahlen? Ob am WE meine Schwiegermutter wieder nervt? Scheisse, der Müll muss ja auch noch raus…” – das hat mich persönlich immer davon abgehalten, richtig abschalten und meditieren zu können.
Jede Religion hat seine Mantren – das Vater unser musste ich 27 mal beten, wenn ich eine blöde Beichte abgelegt habe als Kind
– Buddhistische Mönche versinken in meditativem Klang, von den Türmen des Islam klingen Gebetstexte – in meinen Augen nichts anderes als Mantren. Alle haben eine bestimmte Aussage, eine bestimmte Wirkung – die man erreichen will und mit KLANG schickt man es mit voller Wucht in den eigenen Körper und ins ganze Universum.
Aber Du hast Recht – jeder findet für sich das richtige. Ich unterrichte Kundalini-Yoga, dennoch höre ich nicht auf, andere Yoga- oder SportArten als Schüler zu besuchen. Man muss sich nicht für eins entscheiden, man fühlt was für einen das Richtige ist.
Sat Nam – Nicole