Ich mach Yoga!

Der Ashtanga Yoga Blog für Neulinge

Erste Yoga Stunde: Wie wars?

Die erste Yoga StundeTheoretisch heißt es, dass Yoga hauptsächlich was für Frauen ist. Praktisch war das Verhältnis in der ersten Yoga Stunde Männlein zu Weiblein 3:10 – also tatsächlich paradiesische Voraussetzungen für Männer. Kennt man(n) sonst nur vom Tanzkurs.

Also Yogakissen, Matte und Decke geschnappt und den rostigen Körper in so was ähnlichem wie Lotussitz gebogen. Gerader Rücken, aufrecht sitzen und tiefes Bauchatmen wären in dieser Haltung notwendig, so die Yoga-Lehrerin. Also atmen wir mehrmals tief ein und tief aus. Wir atmen solange tief ein und tief aus, bis ich irgendwann Bedenken um die Luftqualität im Raum bekam.

Yoga mit leerem Magen?

Beim tiefen einatmen spüre ich, dass sich in meinem Magen aktuell nichts zum verdauen befindet. Zwei Stunden vor der Yoga-Stunde sollte ich ja nichts mehr essen, stand in der schriftlichen Arbeitsanweisung. Nur, dass ich beim tief Einatmen ständig an meinen Hunger erinnert werde, verstellt mir etwas den Sinn für Entspannung. Schon jetzt beschließe ich nicht mehr hungrig und mit leerem Magen zum Yoga zu gehen. Wenigstens ein kleines Orängchen oder ein Äpfelchen darf es schon sein.

Also machen wir weiter. 12 Grundhaltungen sollen es nach der Lehre von Hr. Sivananda sein. Fangen wir mit der Ersten und gleich sehr schwierigsten Übung an – liegen. Und zwar so, dass kein einziger Muskel mehr beansprucht wird. Einfach nur liegen und an die Decke starren. Darauf achten, dass sich wirklich nichts mehr bewegt. Außer atmen wirklich gar nichts mehr. Wisst ihr wie schwer das ist, wenn im Alltag doch ständig irgendein Muskel Bewegung und Aktivität einfordert?

Kaum hab ich es geschafft wirklich ruhig auf meiner rosa Yogamatte zu liegen, kommt mit der Gedanke was eigentlich mein Nachbar macht. Also blicke ich hinüber. Nichts, er macht nichts. Liegt einfach so da und bewegt sich nicht. Überhaupt sehe ich mich am Anfang in der Yogarunde um, um zu sehen, ob sie es besser oder anders machen.
Doch je länger dieser Stunde andauerte, desto mehr konzentrierte ich mich auf mich selbst und schloss irgendwann sogar die Augen, wie es die Yoga-Lehrerin schon ein paar mal zuvor angeregt hatte. Es gab ja eh nix zu sehen. außer das Loch im rechten Socken des Nachbars. Aber auf Dauer ist auch das nicht wirklich interessant.

Die ersten Yoga-Übungen

Die nächsten Übungen waren Schulterstand, Fisch und die jeweiligen ausgleichenden “Gegen”-Übungen. Immer hatte ich die sanfte Stimme der Yoga-Lehrerin im Ohr. Manchmal so monoton, als ob eine Yoga CD laufen würde. Doch dann plötzlich, während der Ruhephase ein weich klingender Gong. Und nochmal. Dreimal insgesamt. Nur warum? Ist das Gongmeditation? Eine Gongdusche wie ich es neulich im Fernsehen gesehen habe? Vermutlich erfahre ich die Aufklärung erst in der zweiten Stunde. Dann muss ich mich dringend erkundigen warum wir Anfänger Socken tragen und der Profi offensichtlich den kalten Bodenkontakt mit nacktem Fuß sucht.

Bin ich schon erleuchtet?

Nach knapp 90 Minuten war meine erste offizielle Yoga-Session zuende und ich fühlte mich irgendwie wohl. Im Kopf, weil ich mich seit langem mal wieder auf mich konzentriert habe und mein Körper, weil ich die arg geschundene Wirbelsäule mal wieder bewegt habe. Irgendwie war alles so leicht, so sanft und so geschmeidig. Für mich sehr ungewohnt aber gerade desshalb freue ich mich -wie andere auch- jetzt schon auf die zweite Stunde auf dem Weg zum Yogi.

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17 Kommentare

  1. Hi Mario,

    es macht Spaß zu lesen, wie Du schreibst. Zum Thema Essen möchte ich anmerken, das ich für mich die Regel habe, eine Stunde vor dem Yoga nichts zu essen. Normalerweise ist das für mich ausreichend. Selbst wenn ich um 8:00 mit einem ausgiebigen Frühstück fertig bin und ich um 9:00 Yoga übe, klappt das meistens. Es gibt allerdings auch Tage, das fühlt sich das nicht so gut an, ist aber sehr selten. Einfach mal ausprobieren.

    Liebe Grüße Klaus

  2. Glückwunsch zur ersten Yogastunde.

    Die Sockenfrage ist nur zu beantworten, wenn klar ist, um was für eine Richtung es sich handelt :-)

    Viele Grüße

  3. Hallo Bernd,
    danke für den Glückwunsch. Aber mal ehrlich, findest du dass ich schon soooviel geleistet habe? Nur gelegen, kaum was gesagt….
    Die Sockenfrage jedenfalls bewegt sich schon im meinem momentanen Yoga-Grenzbereich. Zumahl Sivananda, nach dem gelehrt wird keine örtliche Fußbodenheizung vorgesehen hat.
    Yoga, die Zweisockengesellschaft.
    Gibt es denn dafür eine erklärung?

    Gruss, Mario

  4. Hi Klaus,
    essen und Sport (im weitesten Sinne) ist eine Philosophie für sich. Was Yoga allerdings Besonders macht sind die bewußt besinnliche Ruhepausen. So gan ohne körperliche Aktivität meldet sich plötzlich der Magen, was er bei Bewegung nicht täte. Manch ein Spitzensportler hat trotz großem Hunger und mitten im Wettkampf “vergessen” zu essen und ist schwer eingebrochen (Berühmte Hungerast im Radsport).
    Diesees “vergessen” dass der Magen leer ist gibt es im Yoga vermutlich nicht, da die körperliche Ablenkung fehlt. Oder kann man im Experten-Yoga mental auch noch den Hunger abknipsen? Einigen Buddhistische Mönche soll dies ja gelungen sein.
    Nettes Thema eigentlich…

    Gruß, Mario

  5. Moin Mario,

    Entspannung mit kalten Füßen ist kaum möglich. Insoweit stellt sich die Frage in meditativen und sehr ruhigen Yogastilen nicht. Da nimmt man dicke Socken, wenn man kalte Füße hat.

    Was anderes ist es, wenn ich sehr aktiv asana übe und vielleicht auch noch in der eher akrobatischen Fraktion. Dann sind Socken ein Sicherheitsrisiko und jedenfalls bei der aktiven Praxis strikt verboten.

    Es scheint zudem so zu sein, dass man bei längere meditativer Praxis irgendwann auch die Socken beiseite lassen kann. Jedenfalls habe ich im letzten Winter meistens Socken angehabt, die ich in diesem Winter – trotz niedrigeren Temperaturen – noch nicht gebraucht habe. Ob das allgemein so ist kann ich nicht sagen … die meisten Frauen in meinen Kursen kommen ohne Socken jedenfalls nicht aus :-)

    Körperliche Yogapraxis ist in aller Regel mit einer erhöhten Körperaufmerksamkeit verbunden. Insoweit kannst Du mit dem Hungergefühl richtig liegen. Ob man mental das Hungergefühl ausknipsen kann, weiß ich nicht. Falls Du es rauskriegst, bitte ich um Mitteilung – selber arbeite ich noch daran ;-) … nein, natürlich kann man das machen. Die Yogasutren sagen im 3. Kapitel, Sutra 12 “Der Geist erreicht einen Zustand, in dem die Verbindung mit dem Gegenstand seiner Wahl fest und ununterbrochen ist. Er ist keinen Ablenkungen mehr unterworfen.” (in der Übertragung von Desikachar). Das kann man nach einer langen Zeit der Praxis erreichen. Wenn Hungergefühl so eine Ablenkung ist, würde man das also auch überwinden können.

    Ob man sowas anstrebt? Eher am Anfang nicht zu empfehlen. Yoga ist – unabhängig vom Stil – vor allem eines: Praktisch! Statt also jahrelang rumzumeditieren lieber mal ein Äpfelchen nehmen, wenn der Hunger stört.

    Viele Grüße

    Bernd

  6. … ach so … zur Leistungsfrage.

    Das ist unerheblich. Anfangen ist wichtig, die Leistung liegt dann im Beibehalten der Praxis :-)

    Viele Grüße

    Bernd

  7. hi Bernd,
    Gratulation und Dank zu dem bisher laengsten Kommentar auf dieser Seite. Das Sockenthema scheint nicht nur uns zu interessieren, denn zuletzt gab es doch tatsaechlich die Nachfrage nach rutschfesten Socken. D.h. Frau kann offensichtlich genau wie du kommentierst tatsaechlich nicht ohne. Ich werde das naechste mal versuchen ohne Socken einzumarschieren und dann sehen was passiert. Dabei ist glaube ich wichtig von Anfang an ohne Socken zu starten, nicht etwa mitten drin ausziehen.

    Gruss, Mario

  8. Verhältnis von 3:10.. Das ist ja fast so wie in dem Video “Call on me” von Eric Prydz. Da hat man(n) viel zu sehen ;)

  9. Hallo Mario, zum Thema Socken möchte ich auch gern was beitragen, was mir damals sehr einleuchtend erschienen ist! Yoga heißt: “Verbinden” – wurzel “yu”…hast Du bestimmt gelernt. Also eine Verbindung zur Umwelt herstellen, zur Erde, zu unserer Mutter Erde sozusagen. Festigkeit, Stabilität und Kontakt. Wie soll das mit Socken gehen? Wenn Leute in Ihren Positionen an den Socken herumzupfen, kann das kein Focus sein…sie sind nur mit den Socken beschäftigt. Und auch machen wir kein “Hausfrauen” Yoga, wo sie mit ihren selbst gestrickten Socken ankommen.

    Ich empfehle Dir einen Mittelweg. Bei der Anfangsmedi lassen meine Leute die Socken an, dann kommt die Praxis mit Socken aus und zur Seite und zum schluss bei den Umkehrhaltungen kommt mein Hinweis: Wer mag kann seine Socken wieder anziehen ;-) und dann gehts in die Schlußsequenz. Damit hast Du fast allen Rechnung getargen. allen kannst Du es nie recht machen…

    Was auch sehr schön ist, habe ich bei einem Anusara Yoga Workshop mal erlebt, die Leute vor der End-Entspannung selbst zuzudecken. dann bleibt die Ruhe in der Stunde und die Leute können sich “fallen lassen” und werden komplett betreut! Das kommt gut an…ist eigentlich simpel, und seither mache ich das auch so in meinen Kursen. als kleiner tip…

    Ashtanga Yoga leuten haben das sockenproblem nicht!!!

    Namaste!

    Silvio

  10. @Holger: zumahl ich in der letzten Stunde tatsächlich der einzige mit Beinhaar war. Wenn es tatsächlich wie hier http://www.spike.com/video/call-on-me-eric/2660147gewesen wäre, wäre mir bestimmt die Sockenfrage nicht aufgefallen. Oder siehst du Socken auf dem Video?

    @Silvio: Verbindung zu Natur und Mutter Erde verstehe ich, wenn die Socken z.B. aus Schaafswolle sind. Ich habe beobachtet, dass nur diejenigen am Socken zupfen deren Sockenmodell veraltet oder extrem ausgeleiert ist. Die Sportsockenfraktion mit engen Knöchelsöckchen zupft nie. Die rutschen nur, bei Ashtanga wie du schreibst.
    Es gibt also noch keine spezielle Yogasocken mit rutschfester Untersohle aus Naturmaterialien. Eine Marktlücke. Richtig?

    Gruss, Mario

  11. hier gibt es die erhöhte taktile Wahrnehmung zur korrekteren Übungsausführung

    http://www.sissel.de/product/de/de/c-pilates_yoga/s-yoga/4056_yoga_socks.php

  12. Hallo Peter,

    Socken mit Noppen dran ergibt Yoga-Socken? Sehr Interessant. Vergleichbares habe ich auf einer Hauswarenmesse gesehen wo man normale Textilien in flüssiges Gummi tauchte und damit rutschfest auf glatten Flächen agieren kann.
    Interessant ist dass (vor allem Frauen) Socken wohl nur aus zwei Gründen tragen: Kälte und Hygiene. Rutschen spielt wohl keine Rolle.
    Bin gespannt wie sich die Sockentragefraktion in der anstehenden Frühjahrs- und Sommerzeit schlägt.
    Gruss, Mario

  13. Hallo Mario, ich möchte einen Kommentar zum Hungergefühl beim Yoga abgeben. In der Regel sollte man vor dem Yoga 3 Stunden nichts essen, manche sagen auch 1 Stunde, dann sollte es aber wirklich nur ein Äpfelchen sein. Der Hintergrund wurde mir wie folgt erklärt. Yoga ist ja nicht nur Asanas sondern auch Meditation (Raja- Yoga). Die Verdauung von Nahrung entzieht dem Körper Energie, er ist halt mit der Verdauung beschäftigt und diese Energie fehlt bei Asanas und Meditation. Die gesamte zur Verfügung stehende Energie soll sich auf die Praxis konzentrieren. Natürlich gebe ich Dir recht, wenn man Hunger hat, hat man wenig Freude am Yoga, aber ich habe mich daran gewöhnt.
    Wenn ich Ashtanga Yoga praktiziere esse ich ca. 4 Stunden und trinke ich ca. 1 Stunde vorher nichts. Hier kann ich auch wieder nur die Erklärung meines Lehrers anbringen. Bei Ashtanga Yoga erzeugt man sozusagen ein inneres Feuer, welches den Körper reinigt und entgiftet. Wenn man jetzt kurz vorher etwas isst oder trinkt wird der Körper nicht entgiftet, sondern es wird nur das Gift (was auch immer das ist) ausgeschieden, was man zu sich genommen hat. Selbst eine halbe Stunde nach der Praxis soll man nichts trinken. Also ich habe mich daran gewöhnt und bin ganz zufrieden damit.

    OM Shanti

  14. Hallo Tilo,

    deine Einstellung zum Thema Essen vor der Stunde deckt sich (mittlerweile) mit meinen Erfahrungen. Allerdings muss ich -wie hier auch beschrieben- Wasser zu mir nehmen. Allerdings nicht zuviel, sonst wird es wieder peinlich.

    Nahrungsaufnahme und Yoga gehören eng zusammen, wohl wahr.
    Nicht zuletzt deshalb gibt es mittlerweile ein Buch mit den Titel Das Yoga Abnehmbuch.
    Interessant ist, immer wenn das menschliche Grundbedürfnis Ernährung und Essen besprochen wird, es in Artikeln wie Essen als Vollkommenheit des Yoga immer eher um ein Glaubens- und Einstellungsfrage geht. Ähnlich wie die noch unentschiedene Philosophie-Diskussion zwischen Vegetarier und Fleischesser, welche uns zu der Frage führt “sollte ich am Tag an dem ich intensiv Yoga praktiziere auf Fleisch verzichten? Vielleicht weil fremde Restenergie in meinem Körper den Reinigungsprozess behindert? Hat das schon jemand untersucht? Da gibt es doch bestimmt schon schlaue Untersuchungen drüber.

    Schönen Gruss, Mario

  15. Hallo Mario, ich vermute, eine Untersuchung zum Fleischverzehr und Yoga wird niemand in Angriff nehmen, aber vllt. gibt es sie auch schon, ich weiß es nicht. Jedenfalls ein wichtiger Bestandteil der Yogaphilosophie ist “Du sollst nicht töten.” (den Hinweis, das Pflanzen auch Lebewesen sind und teilweise getötet werden, lass ich außer acht). Damit wird Fleischverzehr ausgeschlossen und man sollte sich nur vegetarisch ernähren.
    Einige gesundheitliche Aspekte werden auch angeführt. Der Verzicht auf Fleisch vermeidet die Bildung von Ablagerungen in den Gelenken und Arterien und damit wird eine bessere Flexibilität ermöglicht.
    Wie das mit der Energie ist, weiß ich nicht, nur so viel, das Fleisch Nahrung aus 2. Hand ist und damit eigentlich keine Energie für den menschlichen Körper enthält (wird so behauptet). Daher auch die Schlussfolgerung der Yogis, dass sie auf Fleisch verzichten können. Nahrungsmittel aus 1. Hand sind alle pflanzlichen Nahrungsmittel wie Getreide, Gemüse etc.. Die Kuh verwertet auch nur Nahrungsmittel aus 1. Hand für ihren Energiehaushalt. Mehr weiß ich dazu leider auch nicht.
    Ich ernähre mich seit ca. 3 Monaten vegetarisch, verzichte aber nicht auf Milchprodukte. Wobei ich mich aber nicht als Vegetarier bezeichnen würde, da ich, wenn ich irgendwo zu Besuch bin, Fleisch nicht grundsätzlich ablehne, zumindest im Moment nicht. Ich glaube, das schlechte Gewissen kommt von ganz allein, wenn man sich eine Weile vegetarisch ernährt hat.

    Om Shanti

  16. Alles ist richtig, nichts ist falsch…
    Es wird immer ungelöste Fragen geben, aber man sollte dennoch auf seinen Körper hören, und was der einem sagt!

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  1. Yoga – das erste Mal | myAshram.de

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